Estrich aufheizen

Die kontrollierte Aufheizung von Estrich

30 Juli

estrichbodenBevor und währen der Estrich beim Aufbau der Fußbodenheizung verlegt wird, müssen durch die verantwortlichen Handwerker protokollierte Dichtheitsprüfungen der Heizkreise durchgeführt werden.

Ist der Heizestrich verlegt, muss er kontrolliert aufgeheizt werden bevor ein entsprechender Bodenbelag, wie zum Beispiel Teppichboden, Parkett, Linoleum oder Laminat, aufgebracht werden kann. Je nach Estrich sind dabei unterschiedliche Wartezeiten einzuhalten, bei Zementestrich beispielsweise drei Wochen und bei Anhydritestrich eine Woche. Die Vorlauftemperatur der Heizkreise der Fußbodenheizung muss dafür meist drei Tage lang ca. 25 Grad Celsius betragen und daraufhin die maximale Vorlauftemperatur für vier Tage. Dieser Vorgang des Aufheizens vom Estrich muss in einem so genannten Aufheizprotokoll festgehalten werden. Fließestrich und Schnellbinder erfordern wiederum andere Wartezeiten, weswegen immer die Herstellerangaben befolgt werden sollten.

Nassverlegung der Fußbodenheizung

guter Wärmeübergang zum Fußboden

Bei der so genannten Nassverlegung einer Fußbodenheizung werden die Rohre der Heizung mit herkömmlichem Estrich, Anhydritestrich oder Zementestrich übergossen. Die Rohre der Fußbodenheizung liegen dabei in der Regel auf Trägerrosten oder Noppenmatten. Befestigt und gesichert werden die Heizungsrohre meist mit geeigneten Schellen oder Rohrclips.

Heizestrich

Durch die direkte Berührung von Heizungsrohren mit dem verwendeten Estrich wird ein sehr guter Wärmeübergang zum Fußboden erzielt. Für die Nassverlegung werden dem Estrich spezielle Zusatzstoffe beigemengt. Nach dieser Behandlung wird der Estrich auch als Heizestrich bezeichnet. Der Heizestrich muss die Rohre vollständig umschließen, wozu meist eine Materialstärke zwischen vier und sieben Zentimeter benötigt wird. Wegen dem Durchfluss von Warmwasser und Kaltwasser muss damit gerechnet werden, dass sich die Heizungsrohre unterschiedlich ausdehnen. Aus diesem Grund müssen im Estrich an den Rohrbögen so genannte Polsterungen angebracht werden. So kann kostspieligen Rohrbrüchen vorgesorgt werden. Wegen der Ausdehnung des Estrichs, müssen in größeren Räumen auch Dehnungsfugen eingearbeitet werden.

Schon zu Zeiten der Römer stellten Handwerker in Italien bereits Estrich her. Hierzu mischten sie Kalk mit Wasser und fügten noch zerkleinertes Gestein hinzu. Durch die Zugabe von Trass, Puzzoli oder Sand machten sie den Estrich noch resistenter.

Estrich wird nicht nur für private Wohnungen verwendet, sondern auch für Fabrik- und große Lagerhallen. Der Vorteil ist, dass Estrich in jede kleine Ritze eindringt und jede Unebenheit schnell beseitigt. Bei Aushärtung kann man jeden x-beliebigen Fußbodenbelag verlegen, was aber nicht unbedingt zwingend notwendig ist. Wer Estrich verlegt, der sollte aber auch dafür sorgen, dass die Oberfläche schön glatt gerieben ist, sonst ist die Freude am Estrich nur von kurzer Dauer. Der Estrich sollte zudem ausgehärtet und versiegelt werden. Ein weiterer Vorteil am Estrich ist, dass er sehr rutschfest und schwellenlos verlegbar ist, was ihn äußerst attraktiv und komfortabel für Rollstuhlfahrer macht.

Der Nachteil am Estrich ist, dass dieser sehr schnell reißen und schwinden kann. Estrich ist auch für Nassräume nur bedingt geeignet (siehe unten bei den unterschiedlichen Estricharten).

Dieser Artikel soll Sie über die unterschiedlichen Estrich-Arten informieren:

Zement-Estrich

Zement-Estrich ist die Estrich-Art, die am meisten verlegt wird, was aufgrund der vielen Einsatzmöglichkeiten und den hervorragenden Eigenschaften auch kein Wunder ist. Zementestrich hat keine Probleme mit Feuchtigkeit und kann daher sowie im Innen-als als auch im Außenbereich verlegt werden. Der Nachteil von Zement-Estrich ist, dass er erst nach 20-30 Tage mit einem Fußboden belegt werden kann.

Anhydrit-Estrich

Der Anhydrit-Estrich wurde in den vergangenen Jahren immer beliebter. Das liegt daran, weil der Bodenbelag früh begehbar und sehr belastbar ist. Der Estrich ist auch als Heizestrich hervorragend geeignet, die Aufheizung kann nach zehn Tagen beginnen. Der Nachteil ist, dass der Estrich sehr empfindlich gegen Feuchtigkeit ist, deshalb darf er auch niemals in Nassräumen als Untergrund verwendet werden.

Magnesia-Estrich

Magnesia Estrich hat sehr positive Eigenschaften, wie beispielsweise elektrisch leitfähig und für Antistatikböden hervorragend geeignet. Der Estrich ist sehr widerstandsfähig gegen Stoß und Schlag und wird deshalb auch für Böden verwendet, die eine hohe mechanische Belastung ohne Probleme standhalten können. Gegenüber Mineralöle, Lösemittel und Treibstoffe ist diese Estrichart sehr resistent. Der Estrich eignet sich jedoch nicht für Nassräume und Dauerfeuchtigkeit. Spezialfirmen haben sich auf diese Estrichart festgelegt.

Gussasphalt-Estrich

Gussasphalt-Estrich wird wenig hergestellt, dabei sprechen einige Eigenschaften für den Estrich. Die Verlegung ist nicht abhängig von Temperatur und Witterung und auch mit weiteren Arbeiten kann sofort begonnen werden, es entstehen also keine Wartezeiten. Der Estrich hat eigentlich nur positive Eigenschaften: geruchlos, staub-und wasserfrei und dampfdicht. Auch für den Heizestrich ist der Gussasphalt-Estrich gut geeignet.

Lesen Sie auch meinen Artikel über Die Verlegung von Estrich.

Viele Bauherren haben die gleichen Probleme. Oft kommt es zu zeitlichen Verzögerungen, doch die Wohnung ist gekündigt und man darf keine Zeit verlieren. Gerade die langen Trocknungszeiten für den Estrich kommen da ungelegen. Aus diesem Grund möchten wir Ihnen hier allgemeine Informationen zu den Einflussfaktoren der Trocknung und einige Möglichkeiten zur Estrichtrocknung vorstellen.

Das beeinflusst die Trocknungszeit des Estrichs bis zur Belegreife:

Der Estrich
Die verschiedene Estrichsorten haben auch einen unterschiedlichen Wasseranspruch und dieser hat natürlich unmittelbare Auswirkungen auf die Trocknungszeit. Lassen Sie sich also beim Kauf, im Baustoffhandel oder natürlich beim Estrichleger, gut beraten.
Auch die Dicke der Estrichschicht hat natürlich Einfluss auf die Trocknungszeit. Bei bis zu 4cm gibt es die Faustregel eine Woche pro cm. Bei allem was darüber hinaus geht ist die Faustformel Dicke x Dicke x 1,6. Heraus kommt die ungefähre Trocknungszeit in Tagen. Es sind natürlich keine präzisen Ergebnisse aber gute Richtwerte.

Die Zusatzmittel
Durch die Zugabe von Zusatzmitteln kann zum einen Anmachwasser gespart und zum anderen die Festigkeit positiv beeinflusst werden.

Der Zuschlag
Ist ein hoher Anteil an feinem Zuschlag im Estrich, so erhöht sich auch der Wasserbedarf und dadurch natürlich auch die Trocknungszeit.

Das Raumklima
Eine hohe Luftfeuchte führt dazu das die Luft keine weitere Feuchtigkeit aufnehmen kann und die Trocknung stoppt.

Wichtig
Eine zu schnelle oder ungleichmäßige Trocknung ist schädlich. Es können Risse entstehen oder die Trocknungzeit kann sich sogar verlängern. Trocknet die obere Schicht zu schnell, so kann es passieren, dass das Wasser aus den unteren Schichten nicht durch die trockene Schicht nach oben kommen kann. Außerdem müssen Sie unbedingt die Produktinformationen des jeweiligen Estrich beachten.
Die Belegreife, ist je nach geplantem Bodenbelag, bei etwa 2-3% Feuchtigkeitsgehalt ereicht.

Die unterschiedlichen Möglichkeiten der Estrichtrocknung:

Lüften
Die erste Methode ist das Lüften. Hierbei wird Außenluft, mit einer geringen relativen Luftfeuchte in die Räume geführt. Die trockene Luft nimmt dann die Feuchtigkeit auf und wird durch Lüften wieder ausgetauscht. Die Dauer der Trocknung hängt bei dieser Methode extrem von den äußeren Umständen ab. Man muss die relative Luftfeuchte immer im Auge behalten und nicht zu den falschen Zeiten Lüften. Nachts steigt die relative Luftfeuchte im durchschnitt auf 80%, in der Regel fäng der Estrich dann schon wieder an die Feuchtigkeit aus der Luft auf zu nehmen.

Heizen und Lüften
Höhere Temperaturen sorgen auch für höheres Abdampfverhalten, also für eine schnellere Trocknung des Estrichs. Hat man eine fertig installierte Heizung, oder so gar eine Fußbodenheizung, so gibt es meist ein spezielles Programm zum Estrich aufheizen. Die Temperatur wird dann automatische, schrittweise erhöht, gehalten und später wieder abgesenkt. Diese Programme laufen über mehrere Tage bzw. Wochen. Ist die Heizung noch nicht installiert kann man ein mobiles Heizgerät nutzten, auch diese verfügen über Programme zur Estrichtrocknung. Hier kommen vor allem Elektoheizmobile in Frage, da durch die Verbrennung von ÖL oder auch Gas Feuchtigkeit entsteht, und diese will man ja los werden.

Adsorptionstrockner
Absorptionstrockner arbeiten mit unterschiedlichen Trockenmitteln, die der Luft die Feuchtigkeit entziehen.

Kondenstrockner
Bei Kondenstrocknern wird die Luft durch einen Ventilator über einen Kälteblock geleitet und abgekühlt. Die überschüssige Feuchtigkeit in der Luft kondensiert. Die so entfeuchtete Luft wird über einen Wärmetauscher geleitet und so wieder aufgewärmt. Es ist ein geschlossener Kreislauf.
Man muss jedoch beachten das diese Methode nur bei Temperaturen über 12 Grad Sinn macht. Der Luft wird die Feuchtigkeit entzogen, sind die Temperaturen zu gering ist zu wenig Feuchtigkeit in der Luft vorhanden und es wäre Energieverschwendung. Oft ist auch eine Kombination von Heizgeräten und Kondenstrockner sinnvoll.

Das Logo des Unternehmens MobiheatWerbung:
Elektoheizmobile von mobiheat.de
mit Aufheizprogrammen zur
Estrichtrocknung

Auf mobiheat.de finden Sie neben den Elektroheizmobilen auch Frischwassermobile, sowie Öl- und Gas-Heizcontainer.